· 

Gedankenspiel zur Toleranz

Intoleranz hat in meinem Wortschatz und in meinem Leben keinen Platz. Es würde implizieren, dass ich nur mein Gedankengut, mein Verhalten, meine Sozialisation etc. als das Richtige anerkenne. Stellt euch eine Gesellschaft vor, die von so einer Einstellung geprägt wäre...

 

Eine tolerante (Lebens-) Einstellung öffnet Türen:

  • Sie erlaubt es andere Meinungen zu hören und zu reflektieren;
  • Sie gibt uns die Möglichkeit verbal und non-verbal herauszufinden, was das Gegenüber denkt und fühlt;
  • Sie ermöglicht Einblicke in etwas Fremdes, z.B. eine andere Religion, Kultur;
  • Sie erlaubt Vorurteile abzubauen, indem z.B. über gleichgeschlechtliche Liebe nicht gelästert, sondern der Dialog gesucht wird, um ungute zwischenmenschliche Gefühle abzubauen;
  • Sie bereitet den Weg für ein zufriedenes Leben, eben weil man anderes gelten lässt und nicht versucht allein das Eigene aufzuoktroyieren

 

Wenn es doch so einfach wäre

So einfach die Auflistung der Vorteile für ein tolerantes Miteinander erscheint, so sehr verdeutlichen uns aktuelle Geschehnisse aus Politik, Gesellschaft und Religion, dass es eben nicht so simpel ist. Zu sehr spielen Macht, wirtschaftliche Interessen, Respektlosigkeit u.a. eine Rolle.

 

Toleranz ist das Anerkennen des Anderen

Wir leben in einer globalisierten Welt mit Verbindungen aller Art. Neugierig, offen und interessiert auf jemanden Fremden oder etwas Fremdes zuzugehen und zu verstehen, was genau und warum es anders ist, sollte uns aufgeklärten und in einer Demokratie lebenden Menschen möglich sein.

 

Selbstverständlich setzt dies die Offenheit und selbige Haltung meines Gegenübers voraus (ich

denke hier an ein Beispiel aus der Religion: wie sieht eine Moschee oder Synagoge von innen aus? Was wird gepredigt und wie wird der Koran bzw. die Tora ausgelegt?). Fremdes oder Nichtverständliches verursacht ungute Gefühle und gar Angst - das ist Menschlich. Doch mit Verstehen und einem aufklärenden Dialog lässt sich einiges in ein neues, verständliches Licht rücken.

 

Wir sind gleich

Ich stelle mich und meine Meinung nicht in den alleinigen Mittelpunkt, sondern gebe meinem Gesprächspartner bzw. meiner Gesprächspartnerin ebenfalls eine Bühne. Ansonsten suggeriere ich, dass ich mich über den Anderen stelle und ihn/sie nicht als gleich- und ebenbürtig ansehe. Diese offene Haltung ist insbesondere in einer Diskussion wichtig, in der Meinungen divergieren. Ist es nicht spannend die eigene Meinung mit Argumenten und Ansichten eines Anderen anzureichern, zu hinterfragen und in einigen Punkten eventuell anzupassen, wenn die Begründungen überzeugen? Und auch wenn nicht: es ist essentiell zu verstehen und andere Anschauungen gelten zu lassen.

 

Akzeptanz der Vielfalt

Ein mir wichtiger Punkt zur Toleranz ist die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Liebe. Liebe und das damit einhergehende Zugehörigkeitsgefühl sind für ein zufriedenes und glückliches Leben bedeutungsvoll. Niemand darf dieses Gut angreifen, beschimpfen oder verhöhnen - das ist menschenunwürdig und verachtend. Toleranz drückt sich hier in der Freude für die Liebe aus - egal ob hetero-, homosexuell oder lesbisch!

 

Lasst uns respektvoll, nachsichtig, offen, freundlich und friedlich miteinander umgehen. Ich bin der Meinung, dass ein tolerantes Miteinander Türen auf allen Ebenen und in allen Lebensbereichen öffnet. Vielleicht braucht der ein oder andere Schritt Mut; doch dieser wird mit dem Gefühl etwas Gutes und Richtiges getan zu haben, belohnt. Die Welt wäre friedlicher und politisch entspannter, wenn mehr Toleranz und Weitsicht vorhanden wären.

 

Das Rezept für ein tolerantes Miteinander in der Gesellschaft gibt es leider nicht - aber wir können heute einen ersten Schritt hin zu einer toleranteren (Lebens-) Einstellung machen – und zwar einen beherzten!