· 

Von Spitzbueben, Mailänderli, Wacholder und einem edlen Festgang

Willkommen im Restaurant Brücke im Solothurnischen Niedergösgen, wo Markus & Sarah Gfeller bereits in der 4. Generation gemeinsam mit dem ideenreichen Küchenchef Thomas Messerli und Team die Gäste kulinarisch und mit Herzlichkeit verwöhnen. Seit Jahren kenne ich Thomas und freue mich somit sehr, dass er euch verrät, was er dieses Jahr zu Weihnachten für seine Familie als Festessen zaubert und welche Düfte, Gewürze und Guetzlis er mit der Adventszeit verbindet.

Lasst euch überraschen und geniesst den Einblick in seine Koch- und Backkünste.

Was war dein Lieblingsguetzli als Kind?

Quelle: Shutterstock.com
Quelle: Shutterstock.com

"Der Spitzbueb und die Mailänderli, bei beiden musste man nicht warten, bis sie fertig gebacken waren. Da schmeckte auch schon der Teig mega fein."

 

Was backst du heute mit Vorliebe?

"Backen ist bei uns Köchen so eine Sache. Ich backe heute eher selten Guetzli. Was ich aber  wirklich unglaublich gerne backe, ist eigenes Brot. Das zelebriere ich über Stunden - die Teigführungen kann bis zu 72 Stunden dauern! Den Ofen mit Feuer einheizen und einfach den herrlichen Duft geniessen, der sich im ganzen Haus ausbreitet.

Wichtig: nach dem Backen, wenn das Brot noch warm ist, eine Tranche abschneiden, sich

an der grandiosen Kruste erfreuen und mit Butter sowie selbstgemachtem Quittengelee bestreichen. Ein wahrer Traum!"

Was ist dein Lieblingsgewürz in der Adventszeit?

"Ganz klar Wacholder."

An was erinnert dich dieses Gewürz?

"An Spaziergänge im Nadelwald, wenn die Herbstsonne mit ihrer angenehmen Wärme die Tannennadeln zum Duften bringt. Oder die harzigen Hände, wenn man als Kind im Wald

gespielt hat. Das sind schöne Erinnerungen an den Spätherbst und die Winterzeit."

Was zauberst du dieses Jahr zu Weihnachten auf deine Festtafel?

Kreation: Th. Messerli, Küchenchef Restaurant Brücke
Kreation: Th. Messerli, Küchenchef Restaurant Brücke

"Dieses Jahr gibt es ein Kalbssteak mit Silserknödeln, Rüeblipüree und Nocinosauce. Es ist ein festlicher Hauptgang, den ich dir für 2 Personen vorstelle. Es braucht etwas Vorbereitungszeit und Geduld; doch schmeckt es ganz bestimmt und rundet einen gemütlichen Weihnachtsabend kulinarisch ab."

 

Und das braucht ihr, um Thomas Messerli's Rezept nachzukochen

Vorfreude bis zum Genuss: 80-90 Minuten

Ausserdem: Salz, Pfeffer, Olivenöl sowie einen Stabmixer, Klarsicht- und Alufolie

 

KALBSSTEAK

  • 250 g Kalbssteak, pfannenfertig
  • 2 Stück Bio Rüebli
  • 5 g Butter
  • ¼ Wirsing
  • 2 dl Rahm

Fleisch auf beiden Seiten für 3 min in pflanzlichem Öl anbraten und danach ca. 10 Min. ruhen lassen.

Die Rüebli schälen und in kleine 1 cm grosse Würfel schneiden. In wenig Flüssigkeit mit 5 g Butter weichkochen, pürieren und mit Salz und Zucker abschmecken. Warm halten.

Wirsing in feine Streifen schneiden, in Salzwasser ca. 1 Min. blanchieren und in kaltem Wasser abschrecken. Den Rahm aufkochen und um die Hälfte reduzieren lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, Wirsing darunter heben und so warm halten.

 

SILSERKNÖDEL

  • 150 g Silserbrot (Laugenbrot)
  • 1 Stück Zwiebel, klein
  • 25 g Butter
  • 1 Ei
  • 50 g Milch
  • 1 mal Peterli

Silser in 1 cm grosse Würfel schneiden, 50 g im Ofen knusprig rösten mit dem Rest vermischen. Die Zwiebel in Butter weich dünsten und mit der Milch ablöschen. Alles an die Silserwürfel geben. Ei und Petersilie dazu geben. Alles abschmecken und gut vermischen. Die ganze Masse in Klarsichtfolie einwickeln und zu einer Wurst formen. Die Wurst nochmals mit Alufolie umwickeln. Wasser zum Kochen bringen und die Wurst darin pochieren. Das Wasser sollte nach dem Kochen gleich reduziert werden, so dass es nur noch auf mittlerer Stufe simmert.

Wurst ca. 30 Min. pochieren. Danach die Wurst im kalten Wasser abschrecken, auspacken und

in zwei gleichgrosse Stücke schneiden.

 

Kurz vor dem Anrichten die Knödel beidseitig in etwas Olivenöl goldbraun anbraten.

 

NOCINOSAUCE

  • 1 dl Rahm
  • 1 dl Bouillon
  • 20 g Nocino (Nusslikör)
  • 20 g Butter
  • Pfeffer

Alles mischen und zusammen aufkochen. Mit dem Stabmixer Luft darunter heben und servieren.

 

Serviertipp: Zum Anrichten das Rüeblipürée mit einem Löffel in der Mitte eines flachen Tellers verteilen. Die Nocinosauce darüber geben. Den Knödel darauf legen, das Fleisch in zwei Stücke schneiden und an den Knödel anlehnen. Den Wirz auf dem Knödel garnieren.

 

Ä Guetä wünscht Thomas Messerli

So geht es weiter

Am 11. Dezember erzählt Albi von Felten vom Landgasthof Hirschen, Erlinsbach von seinen Weihnachtserinnerungen und welchen Hauptgang er für seine Familie kreiert. Lasst euch überraschen.