· 

Klimapolitik – ein heisses Eisen in der öffentlichen Debatte

 

Ich behaupte: Uns geht es gut. Wir leben in der Schweiz ein privilegiertes, sicheres Leben. Wir dürfen von einem hervorragenden Bildungswesen, guten Jobaussichten sowie einer zuverlässigen und modernen Infrastruktur profitieren. Konsumieren Lebensmittel aus fernen Ländern, besteigen einen Langstreckenflieger, um am anderen Ende der Welt Land und Leute kennenzulernen; sind auch nicht abgeneigt "mal eben kurz" in eine neue Stadt zu fliegen, um ein Wochenende ausserhalb der Landesgrenzen zu verbringen. Geniessen ganz selbstverständlich die Annehmlichkeiten des Lebens, wie zum Beispiel super effizientes rund-um-die-Uhr Onlineshopping, geheizte Liegenschaften (meistens noch Ölheizungen), schicke Autos… Die Liste könnte um zahlreiche Positionen weitergeführt werden.

 

Ich fordere dich auf zum Innehalten: kann dieser Lebensstil für unseren Planeten gut gehen? Nein, ganz bestimmt nicht!

 

Ich möchte in meinem heutigen Beitrag gerne auf die immer lauter werdende Klimadiskussion aufmerksam machen. Das Thema ist nicht neu – im Gegenteil, ich lese regelmässig unterschiedliche Medien und nehme eine immer vehementere Diskussion in der Öffentlichkeit wahr. Heute zum Beispiel hat die "Luzerner Zeitung" ein Interview mit dem FDP-Ständerat Damian Müller publiziert, in welchem er unter dem Titel "Ich will CO2-schädliche Leerläufe abstellen" Stellung zu möglichen Lenkungsmassnahmen nimmt. Die beispielhaft abgedruckte Idee mit besteuerten Flugtickets ist zwar nicht neu – ich weise auf die Massnahme der Air France hin, die auf Kurzstreckenflügen höhere Co2-Abgaben auf Tickets in Rechnung stellt. Doch ist es ein gutes Beispiel, wie wir vom Lippenbekenntnis des "ja, ich möchte etwas für die Umwelt tun, doch kosten darf es mich persönlich nichts" endlich ein Steuerungsinstrument in Händen halten könnten, um nach dem Verursacherprinzip gezielt einen Anreiz für den Klimaschutz umzusetzen.

 

Ich möchte hier nicht missverstanden werden: auch ich bereise sehr gerne ferne Ländern. Meiner Meinung nach gehört das Erkunden von Land und Leuten, fremden Kulturen und Landschaften zum Allgemeinwissen und persönlichen Horizonterweiterung. Doch plädiere ich sehr stark dafür, dass wir uns, wenn möglich, nach alternativen, umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln umschauen sollten, dort, wo unsere Destination innert nützlicher Zeit zum Beispiel mit dem Zug bequem erreicht werden kann. Auch bieten sich Fernreisebusse zu einem vertretbaren Tarif an, wenn auch hier der Kilometer sowie der Diesel auf einen Öko-Ticketzuschlag berappt werden können.  

 

Ich bin eine leidenschaftliche Autofahrerin und besitze auch eines. Doch nutze ich es unter der Woche nicht; ich erreiche meinen Arbeitsort viel schneller, bequemer und vor allem entspannter mit dem öffentlichen Verkehr.

 

Lasst uns also im Kleinen anfangen. Lasst uns nach Alternativen suchen. Lasst uns überlegen, braucht es diese Reise wirklich? Muss ich unbedingt neue Kleider online bestellen? Bin ich mir bewusst, dass die grossen Versandboxen, in denen meine Kleider einzeln (!) in Plastik verpackt unter Umständen bei einem Rückversand weggeschmissen werden (diese Diskussion wird gegenwärtig kontrovers ausgetragen) eine grosse ökologische Umweltbelastung darstellen (Produktion, Versand, Entsorgung)? Setze ich mich mit Themen auseinander, wie u.a. was wächst saisonal in der Schweiz und kann entsprechend sorglos konsumiert werden? Ernähre ich mich bewusst oder eher mit unökologischen Genussmitteln? Bin ich mir dessen bewusst, dass ein moderater Fleischkonsum absolut ausreichend ist (für mich und die Umwelt)? Bin ich mir der (zerstörerischen) Konsequenzen meines Handelns auf die Umwelt, das Ökosystem, die Tier- und Pflanzenwelt bewusst?

 

Ich plädiere ganz klar für ein Mittelmass. Ich selbst bin ein Genussmensch; schaue aber sehr genau auf die Etiketten, was woher kommt (übrigens auch ein Aha-Erlebnis in Bezug auf die Lebensmittelzusammensetzung) und versuche unnötigen Abfall (Thema Food-Waste) zu vermeiden. Ich reise sehr gerne; lege jedoch Wert darauf, dass ich meine Fernreisen pro Jahr limitiere und statt dessen die Landschaft unserer schönen Schweiz geniesse.

 

Mir persönlich ist es ein Anliegen, dass ich einen kleinen aber für mich spürbaren grünen Fussabdruck auf unserem schönen Planeten Erde hinterlasse und dies auch für zukünftige Generationen sicherstellen möchte. Dieser Gedanke und dessen Umsetzung beginnt bei mir selbst und lebt vom vorbildlichen Handeln – helft mir dabei und lasst mich wissen, wie ihr einen kleinen aber spürbaren ökologischen Fussabdruck hinterlassen wollt. Ich freue mich auf eure Ideen!

 

Herzlichst

 

Simone